Stell dir vor, du bist ein Handy.

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  • Beitrags-Kategorie:Selbstmanagement
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Was ist mit unseren Jugendlichen los?

Minenfeld…
Pulverfass…
Verweigerungshaltung…
Null-Bock-Haltung…
Chaos, Klamotten überall…
Alles „nervt“!
Alles ist anstrengend!
Keine Lust auf gar nichts!

 

Die Heranwachsenden wissen selber nicht, was mit ihnen los ist. Bei der Jugendgesundheitsuntersuchung in meiner Praxis erkläre ich es meinen jugendlichen PatientInnen gerne mit folgendem Beispiel:

 

„Stell dir vor, du bist ein Handy.
Du hast ganz viele Apps und alle sind geöffnet.

News, Netflix, next level, Kontakte, Hormone, Schule, Konflikte, erste Liebe, Selbstzweifel, Shopping, Schlaf, Lernen, Freunde, Liebeskummer, Eltern, Patchworkfamilie, körperliche Entwicklung…

Jede App braucht Energie und alle laufen gleichzeitig. Es ist immer mal eine im Vordergrund, aber im Hintergrund laufen die anderen weiter. Das zieht Energie. Viel Energie. Da ist es kein Wunder, dass du keine Lust hast, müde und antriebslos bist.
Eigentlich musst du jede dieser Apps einmal aufrufen und sie dann schließen.
Nur Mut! Nach und nach wirst du diese Apps schließen können. Das gehört zum Heranwachsen und ist ein gewisser Prozess, der auch schon mal ein paar Jahre dauern kann.
Es geht nicht von jetzt auf gleich und es ist auch nicht immer einfach.
Aber bei manchen gelingt es dir vielleicht schon jetzt. Gerne helfe ich dir. Hast du Fragen an mich?“

Den Eltern sage ich das Gleiche 😉

Und was kann ich als Vater/als Mutter da machen? Kann ich irgendwie helfen bei diesem Prozess?
Klar! Den Prozess mit Geduld, langem Atem und mit Augenzwinkern begleiten.
Für die eigenen Batterien sorgen und darauf achten, dass auch der pubertierende Nachwuchs sich mal „aufladen“ darf. Auf seine eigene Weise, die ihm gut tut. Was dem Jugendlichen gut tut, muss nicht dasselbe sein, wie das, was seiner Mutter oder seinem Vater gut tut!

Von Martin Beck

Bild: Shutterstock

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