Wer kennt diese besondere Rolle?
Der Partner/die Partnerin, der/die mit einsteigt, unterstützt, mitträgt.
Als Martin sich vor über 20 Jahren als Kinderarzt selbstständig machte, war uns beiden schnell klar: Das schaffen wir am besten als Team.
Also habe ich mich – ohne medizinische Vorerfahrung – in Empfang, Telefon und Organisation eingearbeitet. Die Praxis wurde ein gemeinsames Projekt. Ein Stück weit unser „viertes Baby“.
Was gut war:
- Der intensive Austausch mit Martin in der Anfangszeit: energiegeladen, inspirierend, voller Aufbruchsstimmung.
- Viel Freiraum – unverzichtbar mit drei kleinen Kindern.
- Ich durfte viel lernen, mitgestalten, begleiten und Eltern beraten.
Was herausfordernd war:
- Der Austausch wurde manchmal mühsam. Die Arbeit hörte nicht auf, zog sich in den Gesprächen in den Feierabend.
- Im Team war ich vor allem „die Frau vom Chef“. Nähe zu einzelnen? Schwierig. Dabei brauche ich das als Basis-Empathikerin und schätze Freundschaften auch am Arbeitsplatz.
- Mit dem Wachstum der Praxis und dem Einstieg gelernter MFAs veränderte sich meine Rolle – meine Sonderstellung als „Gründungsmitglied“ verblasste, und für die „Mutter der Kompanie“ war ich zu jung.
Der Gamechanger kam mit einem einzigen Satz unseres Supervisors:
„Wollen Sie eine Familie – oder einen Betrieb? Eine Familie haben Sie schon.“
Heute arbeiten zwölf Menschen in der Praxis. Sie ist gewachsen – und längst kein Baby mehr. Wir haben gelernt, loszulassen, Verantwortung zu teilen und Rollen klar zu definieren.
Und wir haben noch etwas Neues aufgebaut: Die BecKommunikation.
Seit 2019 begleiten wir als zertifizierte Kommunikationstrainer nach dem Process Communication Model®Privatpersonen, Führungskräfte und Teams. Unser Schwerpunkt: Selbstfürsorge und gesunde Kommunikation – damit Zusammenarbeit gelingt, ohne dass Menschen sich selbst verlieren.
Von Charlotte Zierau
